Gerhard Fehr in der NZZ: “Den Homo oeconomicus gibt es nicht – erst recht nicht im Verkehr”

In einem Gastkommentar in der NZZ erklärt Gerhard Fehr, warum verkehrslenkende Massnahmen oft wenig Wirkung zeigen: Sie ignorieren grundlegende menschliche Verhaltensmuster und laufen deshalb gar Gefahr, unbeabsichtigte und mitunter auch kontraproduktive Verhaltensweisen auszulösen. Hier der Artikel zum Nachlesen.

Gerhard Fehr in der NZZ: "Den Homo oeconomicus gibt es nicht – erst recht nicht im Verkehr"

Verkehrspoltik ist nicht nur eine grosse Frage unserer Zeit – sie wird auch besonders leidenschaftlich diskutiert. Geht es doch darum, Lösungen zu finden, die einerseits zu weniger verstopften Strassen führen und gleichzeitig das individuelle Mobilitätsverhalten des Individuums nicht einschränken.

In einem Gastkommentar in der NZZ zeigt FehrAdvice-CEO Gerhard Fehr, wie evidenzbasierte Forschung und die Erkenntnisse der Verhaltensökonomie zu richtigen Schlussfolgerungen aus dem menschlichen Mobilitätsverhalten führen – und damit zu fairen und wirksamen verkehrslenkenden Massnahmen.

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  • Roman Weibel

    Der Aufsatz von G.Fehr in der NZZ ist spannend. Gefällt mir. Da es sich lediglich um eine theoretische Studie der Fehr Advice handelt (die zwar gut geschrieben und nachvollziehbar argumentiert) müsste nun eine Feldstudie folgen. Mit Befragungen von Autofahrern. Gibt es keine Studien, die das Vorher-Nachher bzgl. PP-Gebühren oder Abbau von PP beleuchten? Also wie die Autofahrer in der Realität reagiert haben, bei Einführung von PP-Gebühren, bei Erhöhung von PP-Gebühren sowie bei PP-Abbau.
    Denn wenn infolge Status Quo Bias und Sunk Cost Fallacy der Autofahrer standhaft an seinem Auto festhält für seine Einkäufe, dann würde das ja heissen, dass man ohne viel Überlegen PP abbauen kann und PP-Gebühren erhöhen kann. Die Autofahrer kommen ja immer noch.

  • Niklaus Bischofberger

    Die Behauptung, dass die Parkplatzanzahl das Verkehrsaufkommen determinieren soll, geht auf gut 30 Jahre alte Beobachtungen im Zusammenhang mit dem Berufspendlerverkehr zurück und wird seither von gewissen Verkehrs(polit-)planern gebetsmühlenartig wiederholt. Im Gegensatz zu anderen Verkehrszwecken besteht bei Berufspendlern Kenntnis über die Parkplatzsituation am Zielort. Sie kann daher tatsächlich die Wahl des Verkehrsmittels beeinflussen. Bei Einkaufszentren, Flughäfen etc. ist kenne ich keinen einzigen sauberen empirischen Nachweis ähnlicher Zusammenhänge. Es wird ein vorhandener Parkplatz erwartet. Ergo müsste der Mangel an Parkplätzen zu hinlänglich bekannten unhaltbaren Zuständen führen, damit davon Wirkungen auf die Verkehrsnachfrage erwartbar wären. Wer ein Verkehrssystem seriös betreiben will, wird sich wohl kaum auf eine solche Strategie einlassen wollen.

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