Die Formulierung macht’s: Wie im entscheidenden Moment die Wahl doch auf das gesunde Mittags-Menü fällt

Eine Studie an Universitätsmensen in den USA beweist, dass durch kreative Umbenennung mehr Gemüsegerichte bestellt werden – eine einfache und kostengünstige Alternative zu Werbeverboten und Ampelsystemen auf Verpackungen.

Die Formulierung macht’s: Wie im entscheidenden Moment die Wahl doch auf das gesunde Mittags-Menü fällt

Die Menschen werden immer dicker: Eine fatale und kostspielige Entwicklung, der kaum beizukommen ist. Über öffentliche Kampagnen wird versucht, möglichst viele Informationen über gesunde Ernährung zu vermitteln. Allerdings wählen viele Menschen im Moment der Entscheidung lieber Gerichte, die ihnen schmecken anstatt der gesünderen Varianten. Dass letztere köstlich sein können, hat sich noch nicht in allen Köpfen verankert.

Im Restaurant verführen Speisebezeichnungen wie “Mit Zitrone glasierte Karotten” oder “Knackiger Spargel vom Holzkohlengrill” die Gäste, indem Umschreibungen verwendet werden, die Erwartungen an Aromen und positive Erinnerungen wecken. Eine Studie versuchte zu ergründen, ob solche Bezeichnungen die Attraktivität gesunder Lebensmittel verbessern können. Im Rahmen der “Delicious Impressions Support Healthy Eating (DISH) Study” wurde an Mensen von fünf US-Universitäten getestet, ob verlockendere Bezeichnungen den Konsum gesunder Gerichte ankurbelt. Über drei Monate hinweg registrierte man, inwiefern 71 Gerichte mit 24 Gemüsesorten mit weniger nahrhaften Optionen konkurrieren konnten.

Gemüsekonsum stieg um 39 Prozent

Tatsächlich erhöhte eine geschmacksorientierte Bezeichnung die Auswahl an gemüselastigen Gerichten um 29% im Vergleich zu gesundheitsorientierten Etikettierungen und um 14% im Vergleich zu den bisherigen Benennungen. Auch der Gemüsekonsum legte um 39% zu. Diese Ergebnisse zeigen, dass geschmacksorientierte Etiketten eine nicht irreführende sowie zeit- und ressourceneffiziente Intervention ist, um den Gemüsekonsum überregional zu steigern.

Damit tut sich eine ernsthafte Alternative etwa zu Verboten von Werbung für ungesunde Lebensmittel auf, finden die Autoren:

While research and policy have justifiably called for limiting the public’s exposure to appealing advertising of unhealthy foods, and for using calorie labels, red “traffic-light” labels and graphic warning labels to discourage unhealthy choices, few approaches leverage tasty and enjoyable components of healthier foods. The present research demonstrates the possibility and critical importance of intervening in the problem from the other direction—increasing the lure of healthy foods.

Quelle: Bradley P. Turnwald, Increasing Vegetable Intake by Emphasizing Tasty and Enjoyable Attributes: A Randomized Controlled Multisite Intervention for Taste-Focused Labeling, Psychological Science, 2019