Report: Status Quo und Ausblick zur Behavioral Change-Ansätzen in europäischen Regierungen

Der BIAP 2016 betrachtet 200 verhaltensökonomische Initiativen in 32 europäischen Ländern. Fazit: Der Hunger nach Behavioural Insights in der Politik ist noch lange nicht gestillt.

Report: Status Quo und Ausblick zur Behavioral Change-Ansätzen in europäischen Regierungen

Europa sieht sich führend in der Umsetzung von Behavioural Insights (BI) bei legislativen und administrativen Eingriffen, und in Zukunft soll die Verhaltensökonomie in der europäischen Politik eine noch stärkere Rolle spielen.

Nun ist der BIAP 2016 erschienen – konkret: “Behavioural Insights Applied to Policy: European Report 2016”. Dafür wurden die Auswirkungen einer Fülle von politischen Interventionen in 32 EU- und EFTA-Ländern untersucht, Literatur durchforstet und Interviews mit Politikern, Wissenschaftlern und Stakeholdern geführt.

Politische Behavioral Initiatives werden in drei Kategorien eingeteilt:

The review of behavioural policy initiatives is supported by a new classification of initiatives according to whether they are behaviourally-tested (i.e. initiatives based on an ad-hoc test, or scaled out after an initial experiment), behaviourally-informed (i.e. initiatives designed explicitly on previously existing behavioural evidence), or behaviourally-aligned (initiatives that, at least a posteriori, can be found to be in line with behavioural evidence).

Über 200 politische Verhaltensinitiativen werden im Report aufgezählt, darunter das Vereinfachen der Prozesse mit Behörden oder das Verbessern der Steuermoral.

Vergleich der BI-Institutionen

Ausserdem wird die Entwicklung von Behavioural Economics Institutionen mittels PRECIS genauer betrachtet, einem Tool, das über die Dimensionen Political support, ResourcesExpertise, Coverage, Integration und Structure vergleicht. Es zeigt sich, dass die jeweiligen Behavioural Insight Teams durchaus Unterschiede aufweisen, aber in ihrer Gesamtheit die Wahrnehmung für das Potenzial verhaltensökonomischer Massnahmen positiv beeinflussen.

Vier Schlüsse ergeben sich aus dem BIAP 2016:

  • Das Einsetzen von Behavioural Insights (BI) für politische Massnahmen wird immer beliebter.
  • Den Informationsaustausch zwischen Politik und akademischen Institutionen sollte man weiter intensivieren.
  • BIs können in allen Stufen innerhalb eines politischen Zyklus angewendet werden, sei es der Start einer Kampagne oder mitten in der Durchführung.
  • Um die Effizienz von BI-Initiativen zu steigern, helfen verstärkte Transparenz, wie etwa die Kommunikation mit den Bürgern und das Mitteilen von Ergebnissen.

Quelle: Joana Sousa Lourenço, Emanuele Ciriolo, Sara Rafael Almeida, and Xavier Troussard; Behavioural insights applied to policy: European Report 2016

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