Ernst Fehr im Interview: «Keine Sozialwissenschaft hat sich so stark verändert wie die Ökonomie»

Wirtschaftsprofessor Ernst Fehr reagiert in einem Interview mit Markus Diem Meier auf den Vorwurf, das Wirtschaftsstudium sei realitätsfern.

Ernst Fehr im Interview: «Keine Sozialwissenschaft hat sich so stark verändert wie die Ökonomie»
Ernst Fehr

Prof. Ernst Fehr im Tagesanzeiger über die Veränderungen in der Ökonomie:

“Keine andere Sozialwissenschaft hat sich in den letzten 20 Jahren so stark verändert wie die Wirtschaftswissenschaften. Vor allem die immer wichtigere Verhaltensökonomie ist eng mit der Forschung in Psychologie, Soziologie und selbst in der Neurowissenschaft verknüpft. Gerade die Volkswirte an der Universität Zürich haben bei dieser Öffnung der Wirtschaftswissenschaften eine wichtige Rolle gespielt.”

… über Aufholbedarf in der Lehre:

“Es würde sicher nicht schaden, wenn die Theorien, die die Studierenden im Grundstudium lernen, vermehrt mit Fakten und neueren Forschungsergebnissen konfrontiert würden. Ich selbst biete jedes Jahr Veranstaltungen an, in denen neue Ansätze berücksichtigt und erforscht werden: So wird etwa untersucht, unter welchen Umständen Menschen sich altruistisch verhalten, unter welchen egoistisch, wie sich Risikopräferenzen im Konjunkturverlauf ändern und was das jeweils für Konsequenzen hat.”

… über komplexe Mathematik für mehr Realitätsbezug:

 “Je mehr man sich von alten Modellen verabschiedet und sie an die komplexere Realität annähert, desto komplexer wird auch die Mathematik. Aber damit steigt auch die Aussagekraft der Forschung.”

Das ganze Interview mit Prof. Ernst Fehr finden Sie hinter folgendem Link:

Tagesanzeiger | Ernst Fehr: «Keine Sozialwissenschaft hat sich so stark verändert wie die Ökonomie»

  • Gebe Herrn Fehr vollkommen recht. Ich selbst habe vor über 6 Jahren meinen Abschluss in Marketing gemacht und bin heute noch überrascht, welche grundsätzlichen Zusammenhänge damals schon für insbesondere das Online-Marketing gelehrt wurden, die heute immer noch zutreffen. Und das bei der schnellebigen Entwicklung im Internet. Von daher kann man ganz und garnicht von einer Realitätsfremde sprechen. Es mangelt höchstens Absolventen an Abstraktionsvermögen, das Gelernte auch in der Praxis anzuwenden.