Veranstaltungstipp: “Efficiency, Morality, and Freedom” – Öffentliche Vorlesung von Robert H. Frank am 30. Oktober 2014

Robert H. Frank, Ökonomieprofessor an der Cornell University und Bestseller-Autor, spricht in Zürich über die Zusammenhänge und Widersprüche von Effizienz und Moral.

Porträt Robert H. Frank
Robert H. Frank, Foto: robert-h-frank.com

Stellen Sie sich vor: Ein Botaniker kommt in ein Dorf im Dschungel, wo gerade 10 unschuldige Personen erschossen werden sollen. Ihm wird gesagt, dass neun von ihnen verschont werden, wenn er die zehnte Person erschiesst. Was soll der Botaniker tun? Obwohl die meisten Menschen es vorziehen würden, nur eine anstatt zehn Personen sterben zu sehen, scheint es für die meisten Menschen nicht die offensichtliche Lösung zu sein, die eine Person zu erschiessen.

Wie also können die Prinzipien von Effizienz und Moral in Einklang gebracht werden?

In seinem spannenden Buch “The Economic Naturalist” erklärte Ökonomieprofessor Robert H. Frank mit ökonomischen Prinzipien lebensnahe Situationen, die uns stutzig machen. Warum ist beispielsweise in New York jedes Taxi gelb, während sie in anderen Städten verschiedenfärbig sind?* Warum wird Frauenkleidung von links, Herrenkleidung aber von rechts geknöpft?** Und warum verschreiben die meisten Ärzte zu viele Antibiotika?***

Auch der Frage nach Effizienz und Moral geht Frank mit Beispielen aus dem wahren Leben nach: Nach welchem Vorgehen sollten die Sitze auf überbuchten Flügen vergeben werden? Auf einer „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“-Basis oder an den Höchstbietenden? Und was hat diese Frage mit individueller Freiheit zu tun?

Antworten auf diese und weitere Fragen gibt es am Donnerstag, 30. Oktober 2014, ab 18:15 Uhr in der Vorlesung von Professor Frank an der Universität Zürich.

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* In New York, besonders in Manhattan, ist es unpraktisch und ungewöhnlich, ein Taxi zu bestellen. Viel leichter ist es, das Taxi spontan auf der Strasse anzuhalten. Dies geht umso einfacher, wenn die Autos eine Signalfarbe haben und von den anderen zu unterscheiden sind.

** Als Knöpfe an Kleidungsstücken in Mode kamen, konnten sich nur wohlhabendere Kreise diese leisten. Hier war es die Norm, dass Männer sich selbst ankleideten, Frauen jedoch von anderen Frauen angekleidet wurden. Aus der Perspektive der Ankleidedame ist es also proaktischer, Frauenkleidung von rechts zu knöpfen.

*** Das übermässige Verschreiben von Antibiotika ist ein „Tragik der Allmende“-Beispiel. Eine einzelne überflüssige Behandlung trägt kaum dazu bei, dass sich ein resistenter Stamm entwickelt, die absolute Anzahl jedoch schon. Hinzu kommt, dass die Patienten leicht zu einem anderen Arzt gehen können – was den behandelnden Arzt dazu verleitet, ein Auge zu zu drücken und Antibiotika zu verschreiben.


Paper: Robert H. Frank: The Status of Moral Emotions in Consequentialist Moral Reasoning

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