Studie “Sicherheit 2014”: Aussen-, sicherheits- und verteidigungspolitische Meinungsbildung der Schweiz im Trend

Wie sicher fühlt sich die Schweiz? Wem vertraut sie? Wie steht sie zu EU oder Neutralität? Die Studie «Sicherheit 2014» des ETH Center for Security Studies (CSS) zeigt Tendenzen und längerfristige Trends in der aussen-, sicherheits- und verteidigungspolitischen Meinungsbildung der Schweizer Bevölkerung.

Studie "Sicherheit 2014": Aussen-, sicherheits- und verteidigungspolitische Meinungsbildung der Schweiz im Trend

Aus dem Executive Summary:

Allgemeines Sicherheitsempfinden: SchweizerInnen fühlen sich sicher und sehen optimistisch in die Zukunft der Schweiz. Deutlich weniger Befragte teilen aktuell die Auffassung, dass sich die weltpolitische Lage künftig verschlechtern werde, sondern erwarten überwiegend keine Veränderung der Lage.

Sicherheitsaspekte und Bedrohungswahrnehmung: Im Allgemeinen sieht sich die Schweizer Bevölkerung nur in geringem Masse bedroht. Die Befragten erachten in der Schweiz die Datensicherheit, die Natur, die Umwelt, die Arbeitsplätze, den gesellschaftlichen Zusammenhalt, die soziale Sicherheit und das Einkommen am ehesten für bedroht. Für relativ wahrscheinlich beurteilen SchweizerInnen eine Bedrohung der Schweiz durch einen Cyber-Angriff, durch Verbrechen und die organisierte Kriminalität und durch Migration.

Vertrauen in Behörden und Institutionen: Die Schweizer Bevölkerung vertraut der Wirtschaft und der Armee signifikant stärker als 2013. Nach wie vor rangieren aber die Polizei und die Justiz an oberster Stelle, gefolgt von der Schweizer Wirtschaft und dem Bundesrat. Die Armee und das Parlament besetzen die unteren Mittepositionen. Am kritischsten beurteilen SchweizerInnen die politischen Parteien und die Medien.

Autonomismus und Öffnungsbereitschaft: 2014 manifestiert sich in der Schweizer Bevölkerung ein deutliches Autonomiestreben. Während der Wunsch nach wirtschaftlicher und politischer Unabhängigkeit auf unverändert hohem Niveau verharrt, sind die Forderungen nach militärischer oder absoluter Autonomie in diesem Jahr signifikant stärker – wenn auch nicht mehrheitlich – in der Bevölkerung vertreten. Die Zustimmungen zu einem Nato-Beitritt und einem EU-Beitritt erreichen in diesem Jahr neue Tiefstwerte. Hingegen werden weiterhin eine wirtschaftliche Zusammenarbeit mit der EU und ein aktiveres internationales Engagement gewünscht.

Neutralität: Eine Abschaffung der Schweizer Neutralität ist ausgeschlossen. Das Neutralitätsprinzip und die Funktionen der Neutralität werden von der Bevölkerung in diesem Jahr signifikant stärker unterstützt. Ferner werden kritische Einstellungen gegenüber der Neutralität sowie Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Durchsetzungsfähigkeit der bewaffneten Neutralität aktuell von der Schweizer Bevölkerung markant seltener geteilt als 2013.

Notwendigkeit der Armee: Die Schweizer Bevölkerung ist in diesem Jahr der Armee gegenüber deutlich positiver eingestellt als 2013. Die Notwendigkeit der Schweizer Armee erfährt über den Jahresverlauf einen markanten Anstieg, ebenso ist die Ansicht, dass das Militär eine zentrale Institution sei, im langjährigen Vergleich weitverbreitet.

Milizarmee und Wehrpflicht: Die Milizarmee wird aktuell in der Bevölkerung mehrheitlich einer Berufsarmee vorgezogen und die Abschaffung der Wehrpflicht wird nach wie vor nur von einer Minderheit gefordert.

Bedrohungswahrnehmung: Aufgaben wie die Katastrophenhilfe im Inland und die Unterstützung der zivilen Grenzwache bei grossen Flüchtlingsströmen werden nach Ansicht einer absoluten Mehrheit der SchweizerInnen in Zukunft an Bedeutung für die Armee gewinnen. Eine relative Mehrheit der Befragten sieht einen Bedeutungszuwachs bei Aufgaben im Bereich des Umweltschutzes, bei der Verhinderung von Terroranschlägen, der Abwehr von Cyber-Attacken sowie der Katastrophenhilfe im Ausland.

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