Innovation durch Ideenwettbewerbe: Incentives steigern die Qualität der Beiträge

Die Ideen ihrer Arbeitnehmer sind für Unternehmen wichtig für die Innovation. Darum werden sie immer öfter systematisch in die Generierung von Ideen eingebunden. Bleibt die Frage nach dem richtigen Design des dazu gehörigen Incentive-Systems.

Innovation durch Ideenwettbewerbe: Incentives steigern die Qualität der Beiträge

 

Mitarbeiter gezielt in Innovationsprozesse einzubinden, gehört in vielen Firmen zur Kultur. Der Grund: Je mehr Ideen es gibt, dest höher ist die Wahrscheinlichkeit auf einen richtigen Knüller darunter. Diese “Wisdom of the crowd” schert sich nicht im Hierarchien, Produkte und Prozesse eines Unternehmens sollen damit verbessert werden.

Doch wie für gute Ideen belohnen? Und vor allem: Wie dabei sicherstellen, dass nicht durch das Design der Incentives die Lust am Ideenspenden sinkt?

Eine kürzliche erschienene Studie sieht sich genauer an, welchen Effekt Incentives auf die Innovationslust von Arbeitnehmern haben.

Dafür wurden in einem asiatischen IT-Unternehmen 19 Projektteams per Zufallsverfahren den Test- und den Kontrollgruppen zugeteilt. Über einen Zeitraum von 13 Monaten erhielten die Testgruppen Punkte für alle eingereichten und genehmigten Vorschläge via Ideenportal im Intranet. Die Kontrollgruppen reichten ihre Ideen unbelohnt ein.

Mehr Teilnehmer durch Incentives

Die Qualität der Vorschläge steigerte sich durch die Belohnung merklich. Ausserdem zerbrachen sich nun mehr Leute die Köpfe. Allerdings nahm gleichzeitig die Anzahl der Einreichungen pro Arbeitnehmer ab, da offenbar mehr Aufwand in die Ausarbeitung der einzelnen Ideen gesteckt wurde. In Summe blieb die Anzahl der Vorschläge also annähernd unverändert.

Innerhalb der Kontrollgruppen schien die intrinsische Motivation ausgeprägt genug zu sein, weiterhin Ideen beizusteuern, die nicht belohnt wurden. Ausserdem war in den Testgruppen kein Hinweis zu beobachten, dass Rewards die intrinsische Motivation senken:

Employees in this firm suggested ideas even without formal rewards, indicating intrinsic motivation or implicit incentives. However, the results do not provide support for the view that rewards crowd out intrinsic motivation.

Und wer schon vor Einführung des Incentive-Systems fleissiger Ideenspender war, liess sich mit der neuen Aussicht auf  Belohnung nicht in seinem Eifer bremsen:

Not only did the reward scheme appear to motivate more employees to become active ideators, and to focus on idea quality, but employees ideating prior to the experiment did not reduce performance when offered the rewards.

Quelle: Michael Gibbs, Susanne Neckermann, Christoph Siemroth, A Field Experiment in Motivating Employee Ideas, April 2014

  • Wir sehen Ideenwettbewerbe im Unternehmen eher skeptisch. Der Grund: Mit dem Wettbewerb sendet das Unternehmen drei schädliche Signale an die Mitarbeiter:
    – Innovation ist etwas Außergewöhnliches in diesem Unternehmen.
    – Indem Sie Ideen einreichen, haben Sie Ihren Beitrag geleistet.
    – Ideen haben ist nicht Teil Ihres Jobs.

    Das Ganze haben wir in einem Blog-Beitrag Warum Unternehmen keine Ideenwettbewerbe durchführen sollten aufgeschrieben.

  • Natürlich lässt sich die Frage in den Raum stellen, ob “Incentives” die nichts bewirken, überhaupt solche sind, und nicht bloss “wirkungslose Massnahmen.

    Hier waren es neunzehn Projektteams. Gut. Aber je nach Unternehmensgrösse würde ich da unbedingt auf “n-Effekte” achten.

    Ob “Incentives” etwas bringen, hängt natürlich vom Ausgangsniveau ab. Es lassen sich nicht unbegrenzt welche setzen. Ab gewissen Gleichgewichtspunkten geht die Produktivität da wieder in die andere Richtung.
    Wo bereits viele “Inzentives” verballert werden, könnte eine “Studie” auch gegenteilig besagendes erbringen.

    Es wäre auch aufzupassen, dass keine “Armsraces” eingeläutet werden und nicht zuviel Adaption erfolgt.