BEA™ Test & Learn: Ständiges direktes Feedback steigert die Produktivität der Mitarbeiter

Feedback zur Performance der Mitarbeiter ist wichtig. Schließlich erfahren diese dadurch, wie ihr Arbeitsverhalten von Vorgesetzten bewertet wird. Doch welche Art von Feedback den größten Einfluss auf Motivation und die weitere Performance hat, wurde noch selten getestet. Und wenn, dann […]

BEA™ Test & Learn: Ständiges direktes Feedback steigert die Produktivität der Mitarbeiter

Feedback zur Performance der Mitarbeiter ist wichtig. Schließlich erfahren diese dadurch, wie ihr Arbeitsverhalten von Vorgesetzten bewertet wird. Doch welche Art von Feedback den größten Einfluss auf Motivation und die weitere Performance hat, wurde noch selten getestet. Und wenn, dann wurde die Wirkung von Feedback meist nur in Bezug auf ihre kognitive Aussagekraft untersucht – ohne Rücksicht auf die Tatsache, dass Menschen auch darauf achten, wie sie im Vergleich zu ihren Arbeitskollegen abschneiden.

Ein Paper, das Francesca Gino und Bradley R. Staats an der Harvard Business School veröffentlicht haben, schafft hier nun Abhilfe (“Driven by Social Comparisons: How Feedback about Coworkers’ Effort Influences Individual Productivity”).

Die Erkenntnisse des Papers basieren auf einem Business-Experiment, das in einer Abteilung der japanischen Shinsei Bank durchgeführt wurde. Die untersuchte Abteilung ist für Kreditkarten, Konsumkredite und Autokredite zuständig. Die Mitarbeiter arbeiten dort jeweils an einem Computer mit zwei Monitoren ihr tägliches Pensum ab: Auf einem erscheint die Aufgabe, die zu erledigen ist. Auf dem anderen werden die dafür notwendigen Daten ins Bank-System eingetragen.

Vor dem Business-Experiment war in diesen Prozess kein quantitatives Feedback zur individuellen Performance implementiert. Die Mitarbeiter wurden auf Stundenbasis entlohnt, Incentives waren nicht vorgesehen.

Für das Experiment wurde ein permanenter Feedback-Prozess aufgesetzt, der den Mitarbeitern verriet, ob sie – gemessen an ihrer Produktivität – zu den zehn besten oder zu den zehn schlechtesten Mitarbeitern gehören. Dieses Setup ermöglichte sowohl direktes als auch indirektes Feedback: Mitarbeiter erfuhren, ob sie zur Spitzengruppe oder zur langsamsten gehören – oder ob sie sich mit ihrer Leistung im unauffälligen Mittelfeld bewegen.

Die Ergebnisse: Direktes negatives Feedback spornte die betroffenen Mitarbeiter zu mehr Leistung an. Direktes positives Feedback führte zu keiner Verschlechterung der Leistung. Und indirektes negatives Feedback minderte die Produktivität des Einzelnen.

Fazit:

  • Feedback-Prozesse sind ein wichtiges Element, um Mitarbeiter zu höherer Produktivität zu motivieren.
  • Ständiges positives oder negatives Feedback steigert die Performance der Mitarbeiter.
  • Beim Setup von Feedback-Prozessen ist zu beachten, dass der Vergleich mit den Leistungen der Arbeitskollegen essenziell für deren Motivation ist.
  • Business-Experimente (Test & Learn) sind der beste Weg, um den Rollout solcher Feedback-Prozesse vozubereiten.

Francesca Gino und Bradley R. Staats: “Driven by Social Comparisons: How Feedback about Coworkers’ Effort Influences Individual Productivity”»

  • Tim

    “Die Ergebnisse: Direktes negatives Feedback spornte die betroffenen Mitarbeiter zu mehr Leistung an. Direktes positives Feedback führte zu keiner Verschlechterung der Leistung.”

    Klingt sehr nach “regression to the mean”.