Paper: Angewandte Verhaltensökonomie im Rahmen der britischen Finanzmarktaufsicht

Um Verbraucher vor Fehlentscheidungen bei der Wahl von Finanzprodukten zu bewahren, arbeitet die FCA intensiv mit Ansätzen der Behavioral Economics.

Die Finanzmarktaufsichtsbehörde FCA reguliert den britischen Finanzmarkt sowie dessen Infrastruktur und lässt sich dabei seit Kurzem von verhaltensökonomischen Ansätzen leiten. Ein Paper erklärt nach einem allgemeinen Teil über Behavioral Economics an konkreten Beispielen, wie die Financial Conduct Authority dabei vorgehen will.

Ziel ist, Menschen vor Fehlentscheidungen zu schützen, wenn es um die Wahl von Finanzprodukten geht:

Behavioural economics holds great potential as an analytical tool for the organisation. Intervening early, for example, will require assessing which products are likely to cause detriment to consumers. Such judgements must be informed by a solid understanding of what mistakes consumers are most prone to and which features of products may be problematic.

Beobachtet wird etwa, ob das Verhalten von Verbrauchern inkonsistent ist, etwa, wenn Geld auf einem mehr oder weniger unverzinsten Sparkonto liegt und gleichzeitig die teure Kreditkarte überzogen wird.

Folgende Instrumente ergreift die FCA, um Entscheidungsfindungen im Finanzsektor einfacher und besser zu gestalten:

  • Anbieter von Finanzprodukten dazu anhalten, klarere Informationen zur Verfügung zu stellen.
  • Choice Architectures überdenken, z.B. eine Standardversion empfehlen, für die sich der Konsument aktiv entscheiden muss, anstatt automatisch für ein Produkt eingeschrieben zu werden („opt in“).
  • Die Distribution besser kontrollieren – komplizierte Angebote etwa nur inklusive Beratung anbieten.
  • Produkte prüfen und weitgehend von Nachteilen für Verbraucher befreien, wie z.B. teure Ausstieggebühren.

Für besseren Konsumentenschutz und Wettbewerb

Wie erfolgreich die neuen Ansätze sind, wird sich mit den Jahren zeigen, so die Autoren des Papers abschliessend. Jede Massnahme wird jedenfalls einer gründlichen Analyse unterzogen werden:

Integrating insights from behavioural economics with more traditional analysis of competition and market failures has much scope for helping the FCA choose the right interventions. We believe that the challenges around doing so are surmountable and this paper contributes to the foundations for the FCA to undertake wide-ranging, integrated analysis and then act on the results. This analysis should allow the FCA to intervene in markets in new and, importantly, behaviourally informed ways to better protect consumers, promote effective competition and ensure market integrity.

Quelle:

Financial Conduct Authority, Applying behavioural economics at the Financial Conduct Authority, April 2013